Blutgruppen


Die Blutgruppe 0 gehört zu der ältesten Blutgruppe. Durch die verschiedenen Umwelteinflüsse der letzten Jahrtausende entwickelten sich die anderen Blutgruppen. Blutgruppen sind vererbbar und können einen Hinweis auf den Verwandtschaftsgrad geben. Da die im Blutplasma bestehenden Antikörper vier verschiedene Antigeneigenschaften aufweisen können, haben sich die vier unterschiedlichen Blutgruppen gebildet, die jeweils eine andere Blutgruppensubstanz haben. Bei den sich später entwickelten Antigenen A und B auf der Oberfläche der Blutkörperchen handelt es sich um chemische Strukturen, die vererblich sind.

Bei Bluttransfusionen von Blut fremder Blutgruppen kann es zu großen Komplikationen kommen, wenn die roten Blutkörperchen von einer Blutgruppe mit Blutkörperchen in Verbindung gebracht werden, die Antikörper gegen die Blutgruppe haben. In diesem Fall kommt es zu einer Blutverklumpung, die einen Schock auslösen kann. Daher sollte vor jeder Bluttransfusion eine Kreuzprobe gemacht werden, die sicherstellt, ob das Spenderblut und das das Empfängerblut verträglich ist. In Deutschland ist eine Kreuzprobe gemäß den Richtlinien zur Blutgruppenbestimmung und Bluttransfusionen Vorschrift.

Aufgrund der Zusammensetzung des Bluts der Blutgruppe Null negativ, bei der die roten Blutkörperchen keine Antigene A oder B aufweisen, kann diese Blutgruppe zur Blutübertragung bei allen anderen Blutgruppen eingesetzt werden. Personen, die in Ihren Blutzellen ein A-Antigen haben, haben die Blutgruppe A, Personen mit einem B-Antigen in den Blutzellen haben die Blutgruppe B und Personen die das A-Antigen und das B-Antigen in ihren Blutzellen haben, gehören der Blutgruppe AB an. Fehlen die beiden Antigene A und B dann handelt es sich um die Blutgruppe 0. Der Zusatz von einem Plus- oder Minuszeichen bei den einzelnen Blutgruppen weist beim Pluszeichen (positiv) auf ein Rhesus Antigen hin. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Einweißmolekül auf der Zelloberfläche.

Ist dieses Rhesus Antigen nicht vorhanden, dann wird diese Blutgruppe mit einen Minuszeichen (negativ) gekennzeichnet. Bei den heutigen Geburten von Neugeborenen wird die Nabelschnur erst dann durchtrennt, wenn sie nicht mehr pulsiert. Es gibt jedoch auch einen wichtigen Grund die Nabelschnur unmittelbar nach der Geburt zu durchtrennen, wenn bei der Mutter das Rhesus Antigen nicht vorhanden ist. So wird der Kotakt von der Blutgruppe der Mutter und der des Kindes vermieden und eine Antikörperbildung der Mutter gegen das Blut des Kindes mit einem möglichen Rhesus Antigen verhindert. Diese Blutgruppenunverträglichkeit kann bei Müttern mit Blutgruppe 0 oder Rhesusfaktor negativ auftreten. Die roten Blutkörperchen des Neugeborenen werden von dem Blut der Mutter zerstört. Dies kann lebensbedrohende Folgen für das Kind haben. Aus diesem Grund wird bei einer Mutter mit der Blutgruppe 0 oder Rhesusfaktor negativ unmittelbar nach der Geburt die Blutgruppe des Neugeborenen ermittelt. Um die Zerstörung der Blutkörperchen zu verhindern, wird das Kind mit Immunglobulinen behandelt. In extremen Fällen kann sogar ein Blutaustausch notwendig werden.

Heutzutage sollte jeder seine Blutgruppe kennen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann dies mit einer Blutgruppenbestimmung bei einem Arzt schnell nachgeholt werden. Neben der Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors kann noch ein Antikörpersuchtest durchgeführt werden. So kann bei einem Notfall wertvolle Zeit gespart werden und Pannen bei einer Bluttransfusion vermieden werden. Die Testergebnisse werden auf einen Blutgruppenpass übertragen. Durch sein gängiges Scheckkartenformat ist er bequem in jeder Brieftasche mitzuführen.

Die Antigene A und B sind chemische Strukturen auf der Oberfläche von Blutkörperchen, die vererbt werden.  Die Blutgruppenantikörper werden sekundär durch das Immunsystem gebildet